Chronik des Jugendfanfarenzuges

 

Im Jahre 1952 versuchte die Schießgruppe des Schützenvereins Rhynern, eine Fanfarengruppe aufzubauen. Dazu schafften sich einige Mitglieder mit eigenen Mitteln vier Fanfaren an, und der Verein genehmigte den Kauf von einer Trommel aus Vereinsmitteln.

Diesem ersten „Fanfarenzug“ war jedoch kein langes Leben beschert. Es kam zwar zu einigen Auftritten, aber schon bald schlief die Angelegenheit wieder ein.

 

Erst zwölf Jahre später ergriff Heinrich Wellmann erneut die Initiative und gründete eine neue Bläsergruppe, diesmal aus Schülern der Familiengemeinschaft am  Rhynerberg. Als Instrumente standen die Fanfaren und die Trommel der Schießgruppe zur Verfügung.

Am 24. Juli 1965 spielte die Truppe erstmals beim Kinderschützenfest der Familiengemeinschaft Rhynerberg. Die Musik war natürlich noch sehr bescheiden, aber der Anfang war gemacht.

 

Neue Instrumente wurden angeschafft, weitere Jugendliche aus Rhynern fanden Interesse an dieser Musik und gesellten sich dazu. Bei der Generalversammlung am 1. Januar 1967 stellte sich der Fanfarenzug erstmalig dem Schützenverein Rhynern im Saal Hüske vor. Dies war der Beginn einer nun schon fast 40jährigen Tradition. Die Musik kam bei den Schützen gut an, und man beschloss, dem Fanfarenzug zehn Fahnentücher zu kaufen. Fortan hatte die junge Gemeinschaft neben der Familiengemeinschaft am Rhynerberg einen zweiten „Paten“ gefunden. Die Teilnahme an Veranstaltungen des Schützenvereins war von nun an eine Pflicht.

 

Inzwischen hatte Heinrich Wellmann die Leitung an Werner Kleiböhmer abgegeben, der sich mit Leib und Seele dieser Aufgabe widmete. Geübt wurde im Saal des Lindenhofes mit stolzen 16 Mitgliedern. Da Werner Kleiböhmer zwischendurch beruflich verhindert war, übte Hans-Jürgen Hömberg zeitweise das Amt des Tambourmajors aus.

 

Am 25. Juni 1968 hieß der neue Leiter Bodo Hömberg. Die folgenden Jahre standen ganz im Zeichen eines weiteren Aufbaus des Vereins in musikalischer und auch in optischer Hinsicht.

So wurde im Jahr 1972 der Grundstock für die Musik gelegt, die heute noch als Markenzeichen des Jugendfanfarenzuges gilt. Fanfarenklänge in moderner Form mit dem Schwerpunkt auf Volks- und Marschliedern, aber auch auf Schlager der Hitparade. Die Musiker begannen mit der Anschaffung von Ventilinstrumenten, die es endlich ermöglichten, von der reinen Fanfarenmusik mit den Naturtönen abzurücken. In einem Zeitraum von fünf Jahren wurde der Zug komplett auf diese Instrumente umgerüstet. Hinzu kamen Ventilposaunen und mit der Unterstützung des Schützenvereins auch eine Überschlagspauke.

 

Auch äußerlich tat sich einiges. 1975 wurde die Anschaffung einer einheitlichen Uniform in Angriff genommen, die dem Fanfarenzug auch im Aussehen den geeigneten Rahmen geben sollte. Von nun an nahm der Bekanntheitsgrad enorm zu. Auch über die Grenzen der Gemeinde Rhynern hinaus und sogar bis ins nahe Ausland Holland, Belgien und Frankreich konnten Auftritte am Ort oder außerhalb war genommen werden.

Freizeitaktivitäten wie Zeltlager, Ausflüge, Sommerfest und Weihnachtsfeier kamen nicht zu kurz. Übungsraum war zu dieser Zeit bei der Gärtnerei Schockenhoff am Rhynerberg, und als der Verein immer größer wurde, mietete man einen Kellerraum in der Lohschule in Rhynern. Inzwischen hat die kath. Kirchengemeinde St. Regina einen Übungsraum zur Verfügung gestellt.

 

Bei der Jahreshauptversammlung 1984 übernahm Jörg Hömberg die Leitung des Jugendfanfarenzuges, nachdem er sich schon Jahre vorher besonders über die Ausbildung der Jungspieler verdient gemacht hatte. Inzwischen wurde der Klangkörper noch durch den Einsatz einer elektronischen Orgel und eines Schlagzeuges entschieden verbessert.

Herausragende Ereignisse waren die Freundschaftstreffen, die der Verein zum wiederholten Male durchführte. Hunderte junge Musiker geben sich aus diesen Anlässen in Rhynern ein Stelldichein und dokumentierten so vor der Öffentlichkeit, dass ihr Hobby eine sinnvolle Freizeitgestaltung ist.  Der eigentliche Höhepunkt der bisherigen Vereinsgeschichte war jedoch die Teilnahme an der Steubenparede in New York im September 1990. Zwei Jahre dauerten die Vorbereitungen bis zur eigentlichen Umsetzung, mussten doch die Teilnehmer Flug und den Aufenthalt aus eigener Tasche finanzieren. Große Unterstützung erfolgte durch die Rhyneraner Bürger, die bei den Veranstaltungen immer wieder spontane Sammlungen durchführten. Diese Subventionen wurden ausschließlich dazu verwendet, finanzschwachen Mitgliedern die Teilnahme an der Fahrt zu ermöglichen.

Der dreizehntägige Aufenthalt in Amerika mit Besuch der Freiheitsstatur, des World Trade Centers, des Empire State Buildings und vieler anderer Sehenswürdigkeiten war überwältigend. Das gilt auch für die Teilnahme an der Steuben- Parade über die Fifth Avenue.

Im Januar 1998 wurde Rüdiger Becker zum Leiter des Jugendfanfarezuges gewählt. Während seiner Amtszeit besuchte er und der JFZ die Stadt Paris. Für ein Wochenende hörte man die Klänge des Jugendfanfarenzugs also in Frankreich.

2001 wurde Hajo Ostermann zum Leiter des Zuges gewählt und Rolf Hömberg zu seinem Stellvertreter. Andre Kasimir wurde Tambourmajor des Verein.
Am 23.01.2005 wird Carsten Jacob zum Nachfolger von Rolf Hömberg gewählt.

Im Oktober 2005 feierte der Jugendfanfarenzug Rhynerberg 1965 sein 40 jähriges Bestehen.

Das letzte Gründungsmitglied, Rolf Hömberg, ließ die Vereinsgeschichte, umrahmt mit verschiedenen Bildern, noch mal Revue passieren.

Nachdem alle ehemaligen Vorsitzenden vorgesprochen hatten, kurz ihre Arbeit währende ihre Amtszeit erläutert hatten, wurden Werner Kleiböhmer 1965-1968 und Rüdiger Becker 1998-2001 zu Ehrenvorsitzenden ernannt und erhielten hierfür verschiedene Presente (Schal, Jubi-T-Shirt und eine Urkunde).

Nach jahrelanger finanzieller Unterstützung wurde Heinz-Günter Lerch zum Ehrenmitglied des Jugenfanfarenzuges ernannt.

Aber dabei blieb es nicht, auch unser langjähriger Freund und Gönner Goston war mit Frau aus dem fernen Morstel in Belgien angereist. Auch ihn belohnten wir, für seine Treue, mit der Auszeichnung des Ehrenmitgliedes.

 

Die geladenen Gäste erfreuten sich an den einzig für das Jubiläum einstudierten Fanfaren Stücke die von den ehemaligen Vorsitzenden dirigiert wurden und griffen zum Abschluss selbst noch mal zum Instrument. Als es dann zum gemütlichen Teil überging konnte man aus den verschiedensten Ecken hören:“ Weißt du noch, damals….?“

Wir hoffen allen anwesenden hat dieser Abend gefallen und ihr denkt noch lange an eure Zeit im Fanfarenzug zurück.

 

Beim Freundschaftstreffen am nächsten Tag fanden sich 17 Fanfaren -und Spielmannszüge ein, die ihre Musik zum Besten gaben. Unter anderem waren auch Musiker aus dem hohen Norden angereist. Der Musikzug Burgdorf- Ovelgönne brachte nicht nur Musik mit, sie übernachtete in der Turnhalle der Grundschule und gaben kurz vor der Abreise am nächsten Tag noch mal die Halle zum beben!

 

Nachdem die Gastvereine alle ihre Bühnenshow geleistet hatten trat der Jugendfanfarenzug auf. Wir blieben aber nicht lange alleine auf der Bühne, bis wir dann zum Schluss mit ca 80 Spielleuten alles gegeben haben.

 

Beim Abmarschieren von der Bühne muss dann noch der Trommelfloh zugebissen haben, denn alle noch anwesenden Trommler gaben ein 20 minütiges Trommelkonzert, welches die Gäste überwältigte.

 

Wir hoffen euch hat das Fest gefallen.

 

 

Natürlich ist die Vereinsgeschichte nicht immer problemlos verlaufen. Es gab auch Schwierigkeiten. Viele haben den Verein aus den verschiedensten Gründen verlassen- ob Bundeswehr, Familie, Beruf, Ortswechsel oder einfach deshalb, weil sie keine Lust mehr hatten. Laufend mussten neue Kräfte ausgebildet werden. Die Überwindung aller Probleme hat einen Musikzug entstehen lassen, auf den man mit Recht stolz sein kann. 

 

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